Mehr Lehrer für besseren Unterricht
In den nächsten sechs Jahren sollen jedes Jahr über 160 zusätzliche Lehrer eingestellt werden. 2016 sollen in Hamburg dann 970 Lehrer mehr als heute eingestellt sein. Diese Planung hat der Senat jetzt der Bürgerschaft vorgelegt. Der SPD-Fachsprecher für Schulpolitik Ties Rabe hat die Planung begrüßt: „Senat und SPD meinen es ernst mit den vereinbarten Schulverbesserungen. Das Geld wird unmittelbar zu Verbesserungen für Schülerinnen und Schüler führen und für kleinere Klassen sowie besser qualifizierte Lehrer eingesetzt. Hamburg geht mit der Entscheidung, die Bildungsausgaben zu erhöhen, einen richtigen Schritt.“
Rabe sagte weiter: „Qualifizierte Lehrer, deutlich kleinere Klassen, ausreichend Räume, Qualitätstests für die Primarschule – die SPD hat durchgesetzt, dass diese Versprechen endlich verbindlich im Schulgesetz festgeschrieben sind. Vor allem die kleineren Klassen werden die Qualität der Schule deutlich verbessern. Unser Erfolg: Im kommenden Schuljahr haben die 1. Klassen durchschnittlich gerade 20,7 Schüler. Im Schulgesetz verbindlich festgeschrieben ist auch der Erhalt des Elternwahlrechts und die Streichung des Büchergeldes. Die SPD hat dafür gesorgt, dass eine gut gemeinte Reform jetzt auch gut gemacht ist.“
Bessere Bildung gibt es allerdings nicht zum Nulltarif. Die Ausgaben von rund 74 Millionen Euro pro Jahr werden sich aber mittelfristig für die Stadt auszahlen. Ties Rabe: „Viele sagen jetzt: Hamburg hat das Geld nicht. Das stimmt leider. Aber es ist trotzdem kein Argument. Denn jedes Jahr verlassen rund 3.500 Schüler als Schulverlierer Hamburgs Schulen. Wer danach auch in der Arbeitswelt scheitert, kostet den Staat im Laufe seines Lebens eine halbe bis eine Million Euro. Mit der Schulreform geben wir dagegen für jeden gefährdeten Schüler gerade einmal 21.000 Euro aus. Gute Bildung kostet Geld, aber schlechte Bildung kostet noch mehr Geld. Auch deshalb hat die SPD die Schulreform erheblich nachgebessert.“
Mehr Lehrer schaffen eine Voraussetzungen für eine bessere Schule.
Aber es braucht noch mehr. Wir brauchen Schulen, die Verantwortung für ihre Schüler übernehmen und unbequeme Schüler nicht einfach umschulen, abschulen oder ohne Abschluss von der Schule schicken. Und wir müssen die Chancen des gemeinsamen Lernens entdecken. Gemeinsames Lernen nützt den stärkeren und den schwächeren Schülern. Doch dafür brauchen wir besseren Unterricht.
Die Hamburger Schulinspektion hat in den letzten zwei Jahren sehr klar gezeigt: Disziplinprobleme, langweiliger Frontalunterricht, schlecht vorbereitete Lehrer und Unterforderung gibt es an zu vielen Schulen. Hier passiert viel zu wenig. Hamburg hat z.B. einen Schul-TÜV, aber wenn eine Schule schlecht abschneidet, passiert fast nichts. Rabe: „Wir brauchen eine sich selbst tragende Qualitätsoffensive für einen besseren Unterricht an allen Schulen. Unterricht muss ein angenehmes Lernklima schaffen, die Verschiedenheit der Kinder berücksichtigen und zugleich Leistung fördern und einfordern. Wenn wir Millionen in die Hand nehmen, um die Schule zu verbessern, dann sind wir es den Steuerzahlern und erst Recht den Schülern schuldig, dafür zu sorgen, dass das Geld auch etwas nützt. Wir fordern die Behörde auf, jetzt auch die weiteren Schritte zu gehen.“
Rabe erinnerte daran, dass CDU und FDP in den letzten Jahren viele Lehrerstellen abgebaut haben. Hamburg hat heute weniger Lehrer als der letzte SPD-Senat 2001 übergeben hat. Rabe: „Es heißt: Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten. Übertragen auf die Schulen sage ich: Nur Schüler aus bildungsnahen Elternhäusern können sich schlechte Schulen leisten. Wer zu Hause dagegen keine Unterstützung erhält, der braucht eine hervorragende Schule. Wer für mehr Chancengleichheit und bessere Bildung ist, der muss für kleinere Klassen, besseren Unterricht und besser qualifizierte Lehrer sorgen. Wir haben das im neuen Schulgesetz durchgesetzt - und wir sind stolz darauf.
